Badrenovierung planen: Kosten, Gewerke, Fehler

Ein Badezimmer zu renovieren klingt nach einem überschaubaren Wochenendprojekt. Wer die Sache aber einmal durchgerechnet hat, weiß: Sobald die ersten Fliesen fallen, folgt fast immer die nächste Überraschung. Schimmel hinter der Verkleidung, veraltete Kupferleitungen, ein Bodenaufbau, der keinen modernen Estrich mehr verträgt. Die Planung entscheidet, ob das Bad nach sechs Wochen fertig ist oder nach sechs Monaten noch immer eine Baustelle bleibt.

Was eine Badrenovierung eigentlich umfasst

Der Begriff „Renovierung“ wird im Alltag unscharf verwendet. Im Handwerk unterscheidet man zwischen kosmetischen Maßnahmen (neue Farbe, neues Zubehör), einer echten Renovierung (Fliesenaustausch, Sanitärwechsel) und einer Kernsanierung, bei der Wände geöffnet und Leitungen neu verlegt werden. Wer nur eine Renovierung plant, aber baufällige Substanz vorfindet, rutscht schnell in die Kernsanierung. Das passiert häufiger als gedacht, besonders in Hamburger Altbauten mit Bestand aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

Zu den typischen Gewerken einer vollständigen Badrenovierung gehören: Fliesenleger, Sanitärinstallateur, Elektriker (Feuchtraum-Zulassung erforderlich), Trockenbauer und in vielen Fällen ein Estrichleger. Hinzu kommt die Koordination dieser Gewerke, die in der Praxis die häufigste Fehlerquelle ist.

Gewerke koordinieren: Reihenfolge ist alles

Ein klassischer Fehler: Der Fliesenleger beginnt, bevor der Sanitärinstallateur die Rohinstallation abgeschlossen hat. Dann müssen Fliesen wieder herausgebrochen werden, um an Leitungen zu kommen. Die korrekte Reihenfolge lautet grob: Abbruch und Entsorgung, dann Rohinstallation (Wasser, Abwasser, Elektro), danach Estrich und Trockenbauarbeiten, anschließend Fliesenleger, zuletzt Sanitär-Fertigmontage und Elektro-Fertigmontage.

Wer mehrere Handwerker selbst koordiniert, spart den Aufschlag eines Generalunternehmers (oft 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten), trägt aber das gesamte Koordinationsrisiko selbst. Bei einem Bad unter 6 Quadratmetern ist das meist noch handhabbar. Bei größeren Projekten oder wenn die Wohnung gleichzeitig bewohnt wird, übersteigt der Aufwand häufig die Ersparnis.

Kosten realistisch einschätzen

Die Preisspanne bei Badrenovierungen ist enorm. Für ein einfaches 4-Quadratmeter-Bad in Hamburg sind Komplettpreise unter 8.000 Euro inzwischen die Ausnahme, nicht die Regel. Ein Standardbad mit neuen Fliesen, einer bodengleichen Dusche, WC und Waschtisch bewegt sich eher zwischen 12.000 und 20.000 Euro, inklusive Material und Handwerkerlohn. Hochwertige Ausstattung (freistehende Badewanne, Großformatfliesen, Regendusche) treibt den Wert schnell auf 30.000 Euro und mehr.

Wer sich einen strukturierten Überblick über die einzelnen Kostenpositionen verschaffen will, findet in einer detaillierten Aufstellung zu den Kosten einer Badrenovierung eine nützliche Grundlage für das erste Gespräch mit dem Handwerker. Entscheidend ist, Angebote immer auf Basis eines vollständigen Leistungsverzeichnisses einzuholen, nicht nur als Pauschale.

Besonders häufig unterschätzt werden diese Positionen:

  • Entsorgungskosten: Schutt, Fliesen und Sanitärkeramik kosten in Hamburg je nach Menge 300 bis 800 Euro
  • Feuchtigkeitssperren: Eine fachgerechte Abdichtung nach DIN 18534 ist Pflicht, wird aber oft nicht separat angeboten
  • Elektroanpassungen: Fehlende Schutzleiter oder veraltete Sicherungskreise erfordern oft eine Nachrüstung
  • Lieferzeiten: Sonderfliesen oder nicht vorrätige Sanitärobjekte können Projekte um vier bis acht Wochen verzögern

Normen und rechtliche Grundlagen

Badrenovierungen berühren verschiedene technische Normen. Die wichtigste für den Feuchtigkeitsschutz ist die DIN 18534, die Abdichtungsarbeiten im Nassbereich regelt. Wer diese Norm nicht einhält, riskiert nicht nur Folgeschäden, sondern unter Umständen auch den Verlust von Gewährleistungsansprüchen. Im Mietverhältnis gelten zusätzliche Vorschriften: Bauliche Veränderungen erfordern grundsätzlich die Zustimmung des Vermieters. Eine gute Orientierung zu den mietrechtlichen Rahmenbedingungen bietet das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) auf gesetze-im-internet.de, wo die relevanten Paragraphen zum Mietrecht nachlesbar sind.

Für Energiefragen rund um Warmwasserbereitung und Lüftung im Bad lohnt ein Blick auf die Hinweise des Umweltbundesamtes, das unter anderem Empfehlungen zur hygienisch korrekten Warmwassertemperatur und zur Vermeidung von Legionellen in Hausinstallationen veröffentlicht hat.

Typische Planungsfehler und wie man sie vermeidet

Zu knappes Budget ohne Puffer

Erfahrene Planer rechnen grundsätzlich einen Puffer von 15 bis 20 Prozent auf das kalkulierte Budget. Wer diesen Puffer nicht hat, gerät in Schwierigkeiten, sobald hinter der Wand alte Schäden auftauchen. Das ist bei Hamburger Bestandsbauten keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

Materialbestellung vor der Aufmaßkontrolle

Viele Bauherren bestellen Fliesen auf Basis von Raummaßen aus dem Grundriss. Tatsächliche Raummaße weichen davon häufig ab, besonders in Altbauten mit nicht rechtwinkligen Ecken. Immer erst aufmessen, dann bestellen, und dabei 10 bis 15 Prozent Verschnitt einplanen.

Fehlende Lüftungsplanung

Ein Bad ohne Fenster oder mit unzureichender mechanischer Lüftung ist ein Schimmelproblem in der Entstehung. Eine Lüftungsanlage mit Feuchtigkeitssensor kostet in der Installation 400 bis 900 Euro, ist aber deutlich günstiger als eine Schimmelsanierung zwei Jahre später.

Ausstattung zu früh festlegen

Wer Sanitärobjekte kauft, bevor die Roh­installation steht, riskiert, dass Anschlussmaße nicht passen. Besser: Erst nach der Rohinstallation die genauen Positionen von Wasseranschlüssen und Abflüssen festhalten, dann die Objekte auswählen.

Hamburg: Besonderheiten des lokalen Markts

In Hamburg sind Handwerkerkapazitäten seit Jahren angespannt. Wartezeiten von drei bis sechs Monaten auf einen Sanitärinstallateur sind keine Übertreibung. Wer eine Badrenovierung im Frühjahr oder Sommer plant, sollte die Handwerker bereits im Herbst des Vorjahres kontaktieren. Außerdem lohnt es sich, beim Hamburger Innungsbetrieb nachzufragen: Innung­sarbeit wird häufig mit mehr Gewährleistungsbereitschaft verbunden als der günstigste Anbieter ohne festen Standort.

Grundsätzlich gilt: Eine sorgfältige Planung, ein realistisches Budget und klare Absprachen mit jedem einzelnen Gewerk sind die beste Versicherung gegen eine Renovierung, die am Ende doppelt so teuer wird wie geplant.